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Ertrinken erkennen: es geht leise

Kurz: Wer ertrinkt, ruft nicht um Hilfe und winkt nicht. Der Kopf ist im Nacken, der Mund knapp an der Wasseroberfläche, der Körper steht aufrecht im Wasser und kommt nicht voran. Wenn Du das siehst: laut Hilfe holen, 112 rufen und etwas Schwimmfähiges hinhalten oder zuwerfen — nicht einfach hinterherspringen.

Warum es anders aussieht als im Film

Im Film schreit, spritzt und winkt, wer untergeht. In Wirklichkeit ist der Körper mit etwas anderem beschäftigt: Atmen. Der Mund ist nur Augenblicke über Wasser, und diese Augenblicke reichen gerade, um Luft zu holen. Zum Rufen bleibt nichts. Die Arme drücken reflexhaft seitlich aufs Wasser, um den Kopf oben zu halten — winken kann damit niemand.

Das macht Ertrinken so gefährlich an einem vollen Badesee: Es passiert zwischen vielen Menschen, und niemand bemerkt es, weil es nach Spielen oder Treiben aussieht.

Die Zeichen im Wasser

Vor diesem stillen Abschnitt kann eine kurze Phase mit Panik und Spritzen stehen — etwa nach einem Krampf, einer Welle oder einem Schluck Wasser. Sie ist schnell vorbei.

Bei Kindern

Kleine Kinder kippen häufig einfach nach vorn unter Wasser und bleiben dort, ohne sich zu wehren. Ein Kind, das im Wasser plötzlich ruhig ist, ist ein Warnzeichen — nicht das entspannte Kind. Die DLRG empfiehlt deshalb, Nichtschwimmer immer in Armreichweite zu beaufsichtigen, auch mit Schwimmhilfen. Mehr dazu im Ratgeber Badesee mit Kindern.

Was Du tust

Die DLRG stellt einen Satz an den Anfang: Die eigene Sicherheit geht vor Hilfeleistung. Wer ohne Hilfsmittel zu einem Ertrinkenden schwimmt, wird oft umklammert und unter Wasser gezogen — dann gibt es zwei Notfälle statt einem.

  1. Laut Hilfe holen und andere gezielt ansprechen: „Sie rufen 112!“. Gibt es eine Wachstation, sofort dorthin.
  2. Notruf 112 — Ort so genau wie möglich nennen: See, Zugang, Parkplatz, Uferseite.
  3. Vom Ufer aus helfen: Rettungsring, Schwimmnudel, Luftmatratze, Ast oder Handtuch hinhalten oder zuwerfen. Flach hinlegen, damit Du nicht selbst hineingezogen wirst.
  4. Nur ins Wasser mit etwas Schwimmfähigem, das Du der Person hinhalten kannst, und nur, wenn Du sicher schwimmst. Von hinten nähern, Abstand halten.
  5. An Land: Atmung prüfen, bei fehlender Atmung mit der Wiederbelebung beginnen und weitermachen, bis der Rettungsdienst übernimmt. Warm halten.

Am Badesee ist professionelle Hilfe meist weit weg. Nur bei 608 von 2.786 Badestellen in diesem Verzeichnis ist überhaupt eine Rettungsstation oder ein Rettungsring kartiert. Ein Erste-Hilfe-Kurs ist deshalb das Beste, was man vor dem Sommer tun kann.

Danach

Wer Wasser eingeatmet hat, gehört in ärztliche Hände, auch wenn es ihm zunächst gut geht. Husten, Atemnot, ungewöhnliche Müdigkeit oder Verwirrtheit in den Stunden danach sind Warnzeichen — im Zweifel 112.

Vorbeugen

Die meisten Regeln dafür stehen in den Baderegeln am See: nicht allein und nicht weit hinaus, kein Alkohol, nicht erhitzt springen. Kaltes Wasser ist ein eigener Risikofaktor, siehe Wassertemperatur am Badesee. Wer längere Strecken schwimmt, nimmt eine Schwimmboje mit — warum, steht im Ratgeber Wildschwimmen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass jemand ertrinkt?

Am Stillsein. Der Kopf ist weit im Nacken, der Mund knapp an der Wasserlinie, der Körper steht senkrecht im Wasser, die Arme drücken seitlich aufs Wasser statt zu winken. Die Person kommt nicht voran und reagiert nicht auf Zurufe. Wer ertrinkt, hat keine Luft zum Rufen.

Warum ist Ertrinken so leise?

Weil der Körper zuerst ums Atmen kämpft. Jeder kurze Moment über Wasser wird zum Ein- und Ausatmen gebraucht, nicht zum Rufen. Und die Arme werden reflexhaft gebraucht, um den Kopf oben zu halten — zum Winken bleibt nichts.

Was tue ich, wenn jemand im See in Not ist?

Zuerst laut Hilfe holen und 112 rufen (lassen). Dann helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen: etwas Schwimmfähiges zuwerfen oder hinhalten. Die DLRG betont: Die eigene Sicherheit geht vor Hilfeleistung.

Wie sieht es bei Kindern aus?

Noch unauffälliger. Kleine Kinder kippen oft einfach nach vorn unter Wasser und bleiben still. Deshalb gehören Nichtschwimmer nach der DLRG in Armreichweite — nicht nur in Sichtweite.

Muss jemand nach einem Beinahe-Ertrinken zum Arzt?

Ja, wenn jemand Wasser eingeatmet hat — auch wenn es ihm zunächst gut geht. Husten, Atemnot, ungewöhnliche Müdigkeit oder Verwirrtheit in den Stunden danach sind Warnzeichen. Im Zweifel 112. Dieser Text ersetzt keinen ärztlichen Rat.

Quellen: DLRG, Selbst- und Fremdrettung · DLRG, Sicherheitstipps. Dieser Text ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs und keinen ärztlichen Rat.

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